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Meine Pferde

Cisco im Alter von 18 Jahren auf einem Wanderritt

Cisco

ein Pinto-Araber mit Papieren wurde in Texas am 11.04.1987 geboren und nach Deutschland verkauft wo ihn mein Mann im Juni 1998 kaufte. Anfangs war er ein sehr nervöses und schwieriges Pferd. Aber mit viel Geduld und konsequentem Training wurde er im Laufe der Jahre ein sicheres Wanderreitpferd mit viel Vorwärtsdrang. Auch die Westernreitweisen Reining und Trail machen ihm großen Spaß und mein Mann und Cisco sind ein gutes Team geworden.

Wo bleibt mein Heu ich bin am verhungern !!

Willow

ein Criollo (Argentinisches Ranchpferd) kam im Bauch seiner Mutter von Uruquai zu uns nach Deutschland wo er am 17.09.1994 das Licht der Welt erblickte. Er wurde als Fohlen an eine Familie verkauft die ihn für ihre Tochter als Westernreitpferd nutzen wollte. Nach 4 Jahren wurde er jedoch wieder zum Verkauf angeboten da aus seiner neuen Besitzerin und ihm kein „Team“ geworden war. Ich las die Verkaufsanzeige in einer einschlägigen Pferdezeitschrift und wir fuhren hin um ihn anzuschauen – es war liebe auf den ersten Blick. Obwohl er Menschen gegenüber sehr misstrauisch war kam er mir im Paddog sofort entgegen und schlüpfte mit seinen Kopf in das Halfter das ich ihm entgegenhielt. Ich konnte nicht widerstehen und kaufte ihn noch am selben Tag. Da Criollos meist nur einen Menschen akzeptieren mit dem sie zusammenarbeiten hatte es mein Mann Anfangs sehr schwer beim Umgang mit ihm. Willow mochte auch seinen neuen Stallgefährten Cisco nicht und es dauerte ganze 9 Monate bis sich diese Situation entspannte und beide Pferde sich verstanden. Mein Mann und ich hatten schon nach kurzer Zeit beim Umgang mit ihm keinerlei Probleme mehr, da wir beide sehr konsequent waren. Nach einigen anfänglichen reiterlichen Startschwierigkeiten fand ich eine gute Trainerin, die mir half Willow zu einem guten Westernreitpferd auszubilden. Nach nur 2 Jahren konnte ich mit ihm bereits das Westernreitabzeichen in Bronze absolvieren. Anschließend führte uns unser Weg weiter zu diversen Reitkursen und Turnieren in den Westerndisziplinen Trail, Pleasure und Horsemanship. Bereits beim ersten Turnier wurden wir platziert und ich war sehr stolz auf mein Pferd. Nur in der Reining-Disziplin tat er sich etwas schwer, doch für die Teilnahme an Einsteigerturnieren reichte es allemal.

Heute gehen wir beide die Sache etwas ruhiger an. Wir absolvieren maximal zwei Reitkurse im Jahr und suchen ansonsten unsere Entspannung bei ausgedehnten Spazier-, und Wanderritten. Er hat sich zu einem tollen Pferd mit gutem Charakter entwickelt und hängt sehr an mir und meinem Mann. Auch unsere Hunde mag er sehr, was sich darin äußert dass er ihnen wann immer es ihm möglich ist genüsslich den Rücken ableckt. Fremden gegenüber ist er nach wie vor misstrauisch was er durch Anlegen seiner Ohren kund tut. Da wir unsere beiden Pferde direkt am Haus halten ist die Bindung von beiden Seiten sehr intensiv.

Marco

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1993 kauften wir Marco einen damals 9 jährigen Haflinger für unseren Sohn Dennis. Marco war ein sehr gutes und braves Pony hatte eine gute Westerngrundausbildung und brachte uns allen viel Spaß. Dennis lernte auf ihm unter meiner Anleitung das Reiten und wir unternahmen gemeinsam viele Wanderritte. Nach ungefähr 3 Jahren verlor er das Interesse am Reiten und konzentrierte sich mehr und mehr auf seine schulische Ausbildung. Da wir noch zwei weitere Pferde hatten entschlossen wir uns damals schweren Herzens Marco in gute Hände zu verkaufen. Er war gerade 12 Jahre alt und wir suchten nach einem geeigneten Platz für ihn. Wir dachten dass er in diesem Alter noch jemand anderem eine Freude machen könnte da er noch zu jung war um nur bei uns auf dem Paddog zu stehen. Doch dieses Vorhaben erwies sich im nachhinein als großer Fehler wie sich erst später heraus stellen sollte.

Wir inserierten in einschlägigen Fachzeitschriften und es meldeten sich viele Leute die an Marco Interesse hatten. Die Auswahl viel uns nicht leicht und schließlich war unsere Wahl auf ein junge Frau gefallen die bereits eine Haflinger Stute und einen kleinen Hof ganz in unserer Nähe besaß. Nach den Formalitäten fuhren wir Marco in sein neues Zuhause wo es noch zwei Hunde und mehrere Katzen gab. Er hatte sich schnell dort eingelebt und wir hielten Kontakt zu seiner neuen Besitzerin und ich besuchte ihn des öfteren.

Doch schon nach einem Jahr gab es familiäre Probleme in Marcos neuem Zuhause und der Hof samt den Tieren wurde verkauft.

Die junge Frau suchte und fand schnell eine neue Bleibe für Marco auf einem kleinen Hof bei einer netten Familie. Dort lebten bereits ein Isländer Wallach und eine Quarterhorse Stute. Auch gab es dort wieder Hunde und Katzen und auch hier lebte sich Marco schnell wieder ein. Er bewohnte einen schönen Laufstall mit angrenzenden Koppeln und die Welt schien wieder in Ordnung zu sein. Ich hielt den Kontakt zu seinen neuen Besitzern und besuchte ihn um nach ihm zu sehen.

Nachdem nach einigen Jahren der Kontakt etwas eingeschlafen war, hörte ich dass es wohl auch hier familiäre Probleme gegeben hatte und sich seine Besitzer getrennt hätten. Die Frau nahm bei ihrem Auszug ihren Isländer Wallach mit und Marco blieb mit der Quaterhorse Stute auf dem Hof, der nun von dem Mann alleine bewirtschaftet wurde zurück. Ich erkundigte mich ob Marco bleiben könnte und mir wurde gesagt dass es da keine Probleme gäbe und er und die Stute auf dem Hof bleiben würden. Danach brach der Kontakt ab. Monate später versuchte ich mich nach Marco zu erkundigen, aber unter der uns bekannten Telefonnummer war niemand mehr zu erreichen. Der Mann hatte zwischenzeitlich den Hof verkauft und war mit seinen Pferden weggezogen. Niemand in der Umgebung konnte uns sagen wohin er gezogen war oder was mit seinen Pferden geschehen ist.

Nun gingen die Jahre ins Land und wir hörten 5 lange Jahre nichts mehr von Marco. Mein Mann und ich dachten recht oft an Marco fragten wann immer es möglich war ob ihn jemand kenne oder wisse wo er heute steht. Wir waren uns einig dass es ein großer Fehler war ihn damals zu verkaufen.

Eines Tages, es war kurz nach Ostern 2008 erhielten wir wie aus dem Nichts einen Anruf von einer jungen Frau. Sie hatte gehört dass wir auf der Suche nach einem Haflinger namens Marco wären. In dem Pensionsstall in dem ihre Haflinger Stute steht gäbe es einen Haflinger namens Marco der dort seit 6 Monaten stehen würde. Sie hatte gehört dass eben dieser Marco an einen Händler verkauft oder zum Schlachter gebracht werden sollte da sein Besitzer kein Interesse mehr an ihm habe. Sie meinte dass es durchaus sein könnte dass es sich bei dem Haflinger um den von uns gesuchten Marco handeln könnte. Nachdem sie uns den Wallach am Telefon beschrieben hatte war für uns klar dass es sich nur um unseren lange gesuchten Haflinger handeln konnte. Wir fuhren sofort in den Pensionsstall wo uns die junge Frau bereits erwartete. Sie führte uns in den Stall und da stand er, in einer viel zu engen und dunklen Box. Ich rief seinen Namen und er wieherte mir zu so wie früher als ob er mich noch kennen würde. Er machte einen kläglichen Eindruck, war viel zu dick, hatte eine Sehnenverletzung die nur unzureichend behandelt wurde, ungepflegte Hufe die viel zulange keinen Hufschmied mehr gesehen hatten, bekam schlechtes Futter und hatte Zahnprobleme. Uns zerriss es fast das Herz als wir ihn so stehen sahen – was war aus unserem quicklebendigen Haflinger nur geworden.

Nach und nach erfuhren wir was Marco in den letzten Jahren alles widerfahren war. Wie oft er schon in andere Ställe umziehen musste und dass seine langjährige Freundin die Quaterhorse Stute an der er sehr hing zwischenzeitlich verkauft worden war. Dass sich sein Besitzer seit 6 Monaten nicht mehr um ihn kümmerte und er nun verkauft werden sollte. Die junge Frau die uns anriefen hatte die Sehnenverletzung auf eigene Kosten so gut es ging versorgt weil sie Mitleid mit dem kleinen Haflinger Marco empfand. Für uns stand fest dass wir Marco wieder zu uns nach Hause holen würden – egal was es kosten sollte.

Wir nahmen sofort Kontakt zu seinem Besitzer auf und boten ihm an Marco zurückzukaufen. Es dauerte jedoch noch 4 bange Wochen mit Höhen und Tiefen bis er sich endlich dazu durchgerungen hatte uns den kleinen Haflinger wieder zurück zugeben. Als der Kaufvertrag unterzeichnet war fuhren wir umgehend in den Pensionsstall um Marco nachhause zuholen. Wir holten ihn aus seiner Box und er stieg ohne Probleme in unseren Hänger ein als wollte er uns sagen “ na endlich, es geht nach Hause….“

Obwohl Marco 12 Jahre “unterwegs“ war, benahm er sich bei seiner Ankunft so als wäre er nie weg gewesen. Jetzt ist er 24 Jahre alt und er ist wieder zu Hause angekommen – dort wo er schon immer hingehört hätte – zu uns…….

Er bekommt nun wie unsere beiden anderen Pferde gutes Futter und das Heu wird nur noch nass verfüttert. Er lebt in einem großen Offenstall direkt bei uns am Haus auf einem großen Paddog auf dem zahlreiche Bäume im Sommer für Schatten sorgen und von Mai bis November hat er mit den anderen Pferden eine kleine Koppel stundenweise zur Verfügung. Seine Sehnenverletzung die sich zwischenzeitlich etwas gebessert hat wird tierärztlich und homöopathisch versorgt, unser Hufschmied hat seine Hufe wieder in Ordnung gebracht und seine Zähne werden demnächst von der Zahntierärztin die unsere Pferde einmal im Jahr untersucht behandelt.

Wir gewöhnen ihn nun wieder langsam an das Leben ausserhalb einer Box und nehmen ihn wann immer es möglich ist als Handpferd auf unseren Ritten durch die Natur mit was er sichtlich genießt. Er ist trotz allem ein aufmerksamer,stets freundlicher kleiner Kerl geblieben der in der Vergangenheit den Glauben an die Menschen nicht verloren hat.

Wir können das Geschehene nicht mehr rückgängig machen, aber wir werden unserem Haflinger Pony einen schönen Lebensabend bescheren. Er muss nun nie wieder von uns weg so lange er lebt und wir hoffen dass er noch lange lebt, denn Ponys können bekanntlich alt werden. Er macht auf uns den Eindruck als wenn er wüßte dass er nach einer langen Reise an seinem Ziel angekommen ist und er sich jetzt hier bei uns ausruhen darf.

Ein Tier verkaufen zu müssen ist schlimm genug, aber eines zu besitzen und sich nicht darum zu kümmern ist unentschuldbar, denn Tiere sind wie kleine Kinder, sie sind ganz und gar von uns abhängig…….